Am 20. Mai 2026 veröffentlichte die Schwedische Transportarbeitergewerkschaft (Svenska Transportarbetareförbundet) einen neuen Bericht, der den gravierenden Mangel an LKW-Rastplätzen in ganz Schweden aufzeigt. Der Bericht mit dem Titel Berufskraftfahrer zwischen EU-Recht und schwedischer Realität gefangen basiert auf einer umfassenden Umfrage unter Berufskraftfahrern.
Wichtigste Ergebnisse
- 86 % der Fahrer glauben, dass es entlang der von ihnen regelmäßig befahrenen Routen nicht genügend Rastplätze gibt.
- 80 % geben an, dass sie gezwungen waren, gegen die EU-Lenk- und Ruhezeitenverordnung zu verstoßen, weil keine geeigneten Park- oder Rastplätze verfügbar waren, wobei 35 % berichten, dass dies wiederholt vorkommt.
- 57 % haben Schwierigkeiten, einen Rastplatz mit funktionierenden Toilettenanlagen zu finden.
- Nur 25 % halten die bestehenden Rastplätze abends und nachts für sicher.
- 69 % der weiblichen Fahrerinnen sind der Meinung, dass die heutigen Rastplätze den Bedürfnissen von Frauen nicht ausreichend gerecht werden.
Berichtsschlussfolgerungen
Amne Alansari, Autorin des Berichts und Ermittlerin der Schwedischen Transportarbeitergewerkschaft, schlussfolgerte:
„Der Bericht offenbart ernsthafte Probleme. Der Mangel an Rastplätzen zwingt viele Fahrer, das Gesetz zu brechen, nur um ihre gesetzlich vorgeschriebenen Pausen an einem geeigneten Ort einzuhalten. Es ist ein rechtliches Paradoxon, dass die EU-Gesetzgebung die Fahrer zum Anhalten verpflichtet, während der Mangel an geeigneter Infrastruktur sie effektiv dazu zwingt, dieselben Regeln zu verletzen.“
Gewerkschaftspräsident Tommy Wreeth bezeichnete die Situation als inakzeptabel:
„Es ist unmöglich zu akzeptieren, dass Berufskraftfahrer aufgrund unzureichender Infrastruktur zu unbeabsichtigten Gesetzesverstößen gezwungen werden. Dies ist ein systemisches Versagen: Die Gesellschaft schafft das Problem durch unzureichende Infrastruktur und bestraft dann die Fahrer dafür, dass sie die Vorschriften nicht einhalten können.“
Die Empfehlungen der Gewerkschaft
Die Schwedische Transportarbeitergewerkschaft fordert eine nationale Strategie, die Folgendes umfasst:
- Einen umfassenden nationalen Plan für LKW-Rastplätze.
- Anerkennung von Rastplätzen als kritische Infrastruktur sowohl für den Arbeitsschutz als auch für die Verkehrssicherheit.
- Kapazitätsplanung basierend auf tatsächlichen Güterverkehrsströmen.
- Integration von Sicherheit und Geschlechtergleichheit in die Gestaltung zukünftiger Rastplätze.
- Eine klare Regierungsstrategie, um sicherzustellen, dass Schweden seinen Verpflichtungen gemäß der EU-Gesetzgebung nachkommt.
Wie Tommy Wreeth zusammenfasste:
„Rastplätze sind für Berufskraftfahrer unerlässlich, um ihre Arbeit sicher und geschützt auszuführen. Wären schlechte Beleuchtung und kaputte Toiletten in einem Büro akzeptabel? Es bedarf einer nationalen Strategie, in der Regierung, Kommunen und private Akteure gemeinsam die Verantwortung für die Lösung der heutigen inakzeptablen Situation tragen.“